Mellow Toes

Vinyl record / LP, 2018

 

Mellow Toes contains two compositions of sleeping and snoring sounds from my long run Snoring Archive. The field-recorded sleepiness was captured in all places and states of rest and sleep and is accompanied by the noise of my prepared objects and homemade instruments. Coming as an invitation to a body-phonographic listening in a state of awake fatigue and airy interspace.

Recordings and composition: Peter Strickmann / Instruments used: Ceramophon, Keule, Ping Ding, Wasserdup, Schwedensteine, feedback, Emaillegöng, Stahlrohr, etc. / Mastering: Wolfgang Obrecht / Layout: Manuel Wesely, Muriel Serf (mmm.do) / Edition: 300 / Published by: Ana Ott, 2018, AO018

Side A: Mellow – 19:26 min. / Side B: Toes – 19:46 min.

Funded by: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (ecce / IKF, 2017).

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Reviews Mellow Toes:

a-Musik   23. August 2018
(Newsletter: „a-Musik News: Peter Strickmann LP“)
„Peter Strickmann, einer der momentan wohl unorthodoxesten und kurzweiligsten Klangkünstler, hat mit „Mellow Toes“ auf Ana Ott eine LP vorgelegt, die nicht nur für diejenigen, die sich für Soundart interessieren, eines der Highlights in diesem Jahr sein dürfte, sondern auch für all jene, die einfach die Lust verspüren mal etwas zu hören, was sie so definitiv noch nicht gehört haben.
Seit bald zehn Jahren schon legt Strickmann ein Schnarcharchiv an, mit Aufnahmen schnarchender Menschen und Tiere, um die sich auch diese Platte dreht. Klingt im ersten Moment anstrengend, ist aber genau das Gegenteil – im Verbund mit spärlichen Saxofonsounds, eingestreuten, auf Alltagsgegenständen und selbstgebauten Instrumenten fabrizierten perkussiven Elementen, Feldaufnahmen von vorbeifahrenden Autos, krähenden Hähnen und zwitschernden Vögeln fabriziert Peter Strickmann ein gleichermaßen experimentelles und meditatives, spannendes und im besten Sinne fast schon einschläferndes, kurz gesagt ein großartiges Album.“

Skug   18. Juli 2018
(„Peter Strickmann Mellow Toes“ von Ulrich Rois)
…, etwas, das nach einer Klarinette klingt, spielt ein paar Minuten vor sich hin, immer wieder setzen Gongschläge Akzente, der Wecker eines Mobiltelefons läutet, um kurz darauf vom Snooze-Button unterbrochen zu werden, Autos fahren auf der Straße vorbei, einmal kräht sogar tatsächlich ein Hahn. Durch den minimalistischen Zugang gelingt es Peter Strickmann, die Zuhörer*innen in einen ähnlich hypersensitiven, halluzinatorischen Zustand zu versetzen wie jene Zustände des Halbschlafs, die Inspiration und Ausgangsmaterial dieses Albums sind. Alles in allem ein wunderbares, humorvolles Album, das allen Freund*innen der experimentellen Musik und von Field Recordings ans Herz gelegt sei.

Jungle World   18. Juli 2018
(„Musik zum Ratzen“ von Niklas Dommaschk)
… Wie die Linie zwischen Wachen und Träumen oft nicht klar zu ziehen ist, so lässt sich hier mitunter kaum ­ausmachen, was field ­recording und was musikalische Begleitung ist. Das Resultat ist eine im besten Sinne zarte Musik, die die archivierten Schnarchsounds behutsam begleitet, als hätte sie Angst, die Schläfer zu wecken. Die Intimität, die entsteht, wenn man jemand anderem beim Schlafen zuhört, ist eine, die auch die Musik in ihrer beruhigenden Art ausstrahlt.

Während die meisten Musiker die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres Publikums beanspruchen, erklärt der Infotext zur Platte ganz bescheiden, dass »Mellow Toes« durchaus auch der Soundtrack für ein Nickerchen mit offenen Ohren sein dürfe. Das ist allerdings nur halb so bescheiden, wie es scheint, denn das Album beruht auf der Idee, dass man im Augenblick zwischen Wachen und Schlafen ganz besonders empfindlich auf Klänge reagiert. Genaues Hinhören im Zwischenreich von Wachen und Schlaf ist also gefordert. Strickmann entlockt der Motorsägenmusik un­serer Träume ihre ganz besondere Poesie.