Audiorecordings / Concerts, Installations, Publications
This growing collection
contains audio-recordings of sleeping and snoring humans, friends and animals in all places and states of rest, sleep and nap, captured during night- and daytime since 2009. These recordings are used—in concerts, sound installations, and audio works—not as a way to document sleepy moments, but more in order to produce the sleepyness in the listeners‘ body. Doing so I explore how fatigue and sleep shape the act of listening. I search for ways to share and reproduce the hallucinatory and enjoyable states of awake fatigue and airy interspace between waking and sleeping.
The continuously growing archive consists of audio recordings from situations wherever I travelled or hosted guests myself. The places of spontaneous noon nap or night sleep include hotel rooms, tents, airports, trains, and private homes. Until today I continue to collect these polyphonic and rythmic voices of fluttering soft palates, this deep or restless fatigue that subtly colors each sonic environment.
So far, two physical audio releases were published, which can be streamed via the label’s Bandcamp page or via the Scharcharchiv Soundcloud page (that includes aswell some raw sound excerpts from the archive):
Peter Stricknmann – Schnarcharchiv Auszug #1 (ismellpainter, 2013)
Peter Strickmann – Mellow Toes (Ana Ott, 2018)
Schnarcharchiv Soundcloud
Photos above:
1) Concert – Landeskunstausstellung des Saarlandes 2013, Foto Oliver Dietze /
2) Camping, Brussels /
3) Sleeping dog, Strasbourg /
4) Night Train Hanoi – Da Nang, Vietnam /
5) Raketenstation, Hombroich /
6) Concert – Makroscope, Mülheim 2014 /
7) Installation – Prima Kunst, Kiel 2013 /
8) Privat home, Hohenfelden /
9) Camping, Brussels
Peter Strickmann – Mellow Toes
LP + digital, 2018
Recording / composition: Peter Strickmann
Instruments used: Ceramophon, Keule, Ping Ding, Wasserdup, Schwedensteine, feedback, Emaillegöng, Stahlrohr, etc.
Mastering: Wolfgang Obrecht
Layout: Manuel Wesely, Muriel Serf (www.mmm.do)
Label: Ana Ott
Catalogue number: AO018
Funded by: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (ecce / IKF 2017), Germany
Reviews Mellow Toes:
a-Musik 23. August 2018
(Newsletter: „a-Musik News: Peter Strickmann LP“)
„Peter Strickmann, einer der momentan wohl unorthodoxesten und kurzweiligsten Klangkünstler, hat mit „Mellow Toes“ auf Ana Ott eine LP vorgelegt, die nicht nur für diejenigen, die sich für Soundart interessieren, eines der Highlights in diesem Jahr sein dürfte, sondern auch für all jene, die einfach die Lust verspüren mal etwas zu hören, was sie so definitiv noch nicht gehört haben.
Seit bald zehn Jahren schon legt Strickmann ein Schnarcharchiv an, mit Aufnahmen schnarchender Menschen und Tiere, um die sich auch diese Platte dreht. Klingt im ersten Moment anstrengend, ist aber genau das Gegenteil – im Verbund mit spärlichen Saxofonsounds, eingestreuten, auf Alltagsgegenständen und selbstgebauten Instrumenten fabrizierten perkussiven Elementen, Feldaufnahmen von vorbeifahrenden Autos, krähenden Hähnen und zwitschernden Vögeln fabriziert Peter Strickmann ein gleichermaßen experimentelles und meditatives, spannendes und im besten Sinne fast schon einschläferndes, kurz gesagt ein großartiges Album.“
Skug 18. Juli 2018
(„Peter Strickmann Mellow Toes“ von Ulrich Rois)
„…, etwas, das nach einer Klarinette klingt, spielt ein paar Minuten vor sich hin, immer wieder setzen Gongschläge Akzente, der Wecker eines Mobiltelefons läutet, um kurz darauf vom Snooze-Button unterbrochen zu werden, Autos fahren auf der Straße vorbei, einmal kräht sogar tatsächlich ein Hahn. Durch den minimalistischen Zugang gelingt es Peter Strickmann, die Zuhörer*innen in einen ähnlich hypersensitiven, halluzinatorischen Zustand zu versetzen wie jene Zustände des Halbschlafs, die Inspiration und Ausgangsmaterial dieses Albums sind. Alles in allem ein wunderbares, humorvolles Album, das allen Freund*innen der experimentellen Musik und von Field Recordings ans Herz gelegt sei.„
Jungle World 18. Juli 2018
(„Musik zum Ratzen“ von Niklas Dommaschk)
„… Wie die Linie zwischen Wachen und Träumen oft nicht klar zu ziehen ist, so lässt sich hier mitunter kaum ausmachen, was field recording und was musikalische Begleitung ist. Das Resultat ist eine im besten Sinne zarte Musik, die die archivierten Schnarchsounds behutsam begleitet, als hätte sie Angst, die Schläfer zu wecken. Die Intimität, die entsteht, wenn man jemand anderem beim Schlafen zuhört, ist eine, die auch die Musik in ihrer beruhigenden Art ausstrahlt.
Während die meisten Musiker die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres Publikums beanspruchen, erklärt der Infotext zur Platte ganz bescheiden, dass »Mellow Toes« durchaus auch der Soundtrack für ein Nickerchen mit offenen Ohren sein dürfe. Das ist allerdings nur halb so bescheiden, wie es scheint, denn das Album beruht auf der Idee, dass man im Augenblick zwischen Wachen und Schlafen ganz besonders empfindlich auf Klänge reagiert. Genaues Hinhören im Zwischenreich von Wachen und Schlaf ist also gefordert. Strickmann entlockt der Motorsägenmusik unserer Träume ihre ganz besondere Poesie.„